Das Gegenteil von GUT ist GUT MEINEN!

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Das Gegenteil von GUT ist GUT MEINEN! Diesen Spruch hat meine Oma immer mal wieder gebraucht. Als Kind wusste ich nie so genau, was damit gemeint sein könnte. Als Erwachsene schon eher...

Als Bewerbungstrainerin bin ich regelmässig im Einsatz, um Personen zu unterstüzten, die sich im Arbeitsmarkt positionieren möchten. Unter anderem gebe ich Bewerbungstrainings in sogenannten AMMs, also Arbeitsmarktlichen Massnahmen. In dieses Programm können Personen kommen, die beim RAV angemeldet sind und ist für jene gedacht, die von einem solchen Angebot profitieren können. Kürzlich habe ich den Lebenslauf einer Mama durchgeschaut, da ist mir aufgefallen, dass sie ihre Kinder nirgends erwähnt hat. Ich habe sie dann darauf aufmerksam gemacht, dass nirgends ersichtlich ist, dass sie zwei Kinder (3 und 5 Jahre alt) hat. Darauf hin hat sie mir geantwortet, dass sie diese im Lebenslauf aufgeführt hätte, ihr aber die RAV-Beraterin empfohlen hat, diese doch rauszunehmen, da dies ihre Chancen einen neuen Job zu bekommen, wesentlich erhöht!

Echt jetzt??? Ist das wirklich eine ernstgmeinte Empfehlung einer professionellen RAV-Beraterin? Also die Strategie zu verfolgen, die Kinder zu verschweigen, um auf Biegen und Brechen zu einem Job zu kommen? Für jede Mutter eine unbegreifliche Empfehlung. Auch für mich ehrlich gesagt ein unverständliches Ding...Spätestens beim Vorstellungsgespräch würde dies sicher zur Sprache kommen und sich dann aus dieser Sache rauszureden...ich brauche wohl nicht weitere Ausführungen zu machen.

Das Zeichen, dass wir Mütter nur ohne unsere Kinder wieder zu einer Arbeitsstelle kommen ist im Jahr 2020! aus meiner Sicht das falsche! Schade, dass nicht weitergedacht wird und solche Tipps wirklich ernstgemeint sind. Kein Einzelfall. Leider! Solche Aussagen von RAV-Beratenden habe ich tatsächlich schon öfter gehört.

Liebe professionelle RAV-Beratende!

Auch wenn dieser Tipp vielleicht sogar gut gemeint ist, ist er trotzdem ein absolutes NO-GO!!! Wenn die Kinder verschwiegen werden sind sie doch trotzdem da und selbstverständlicher Teil vom Ganzen. Also überlegen Sie sich doch bitte bei solchen phänomenalen Empfehlungen die Sinnhaftigkeit, denken Sie an die Mamas, an die Familien und auch an die Unternehmen! Sie vermitteln damit die Ansicht, dass Mütter nur ohne Kinder auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuss fassen können und, dass eine Familie zu haben für eine berufliche Tätigkeit hinderlich, ja sogar eine unüberwindbare Hürde ist. Mit solchen Wahnsinns-Bewerbungsstrategien sind Sie keine Unterstützung! Wenn ich jetzt weiterdenken würde, dann könnte ich sogar Ihre Entscheidungsfähigkeit, Ihre Glaubwüdigkeit und sogar Ihre Professionalität hinterfragen...mache ich natürlich nicht. Auf keinen Fall!

Was meint ihr dazu? Schreibt mir gerne. Herzlich, Die Coach

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